«Unseren Körper lieben» – es mag etwas banal klingen. Der Referent des Forums Ehe+Familie (FEF), Paul Bruderer, verstand es jedoch, die Relevanz dieser Aussage gerade für die heutige Zeit eindrücklich darzulegen. Das Verständnis, wer wir als Menschen, als Mann und Frau sind, bestimmt unser ganzes Dasein.  

 

In der Antike war die Minderwertigkeit der Frau und die Überlegenheit des Mannes das Selbstverständlichste. Die Idee von Gleichwertigkeit, die sich durch die Ausbreitung des christlichen Glaubens Bahn brach, wirkte gleichzeitig konfrontativ und attraktiv. Der zur Zeit des Neuen Testamentes aufkommende Gnostizismus betrachtete alles Physische als schlecht. Das Geistige, das Mentale ist das Entscheidende, der Körper wie ein Gefängnis. Die Bibel dagegen ist radikal positiv in der Bejahung des Physischen und damit auch des Leiblichen. Gottes Ausruf «Und siehe, es war sehr gut» legt das Fundament für einen positiven und dankbaren Bezug zu unserem Körper. Sätze wie «Durch unseren Körper segnet uns Gott mit Individualität.» oder «Der Körper ist unsere Adresse im Kosmos.» können eine heilsame Wirkung entfalten und dazu führen, dass wir uns «in unserem Körper daheim fühlen». Paul Bruderer fügte hierzu eindrückliche Beispiele aus der Begleitung von Menschen an, die sich im falschen Körper fühlen.[1] Durch das Begreifen der individuellen Einzigartigkeit und der hohen Wertschätzung, welche die Bibel ihrem Körper zuspricht (z.B. Psalm 139,14), veränderte sich ihr Bezug zu ihrem Körper zum Teil radikal. 

 

Sara Schmidt berichtete von der Arbeit des Bibellesebund Schweiz (BLB). Dieser ist Kollektivmitglied des FEF. Der BLB leistet einen wichtigen Beitrag, weil das FEF aus der Überzeugung lebt, dass die biblischen Grundlagen das Fundament für gelingende Ehen und Familien bilden.  

 

[1] Buchtipp: Bruderer, Paul / Raedel, Christoph (Hrsg.): Sexualität. Was Gott sich dabei gedacht hat. Ein Workbook. 2024, Fontis Verlag.

 

Bericht: Martin Schnyder, FEF  

Nächstes Treffen am 13. November 

Im Forum für Ehe+Familie (FEF), einer Arbeitsgemeinschaft der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA, treffen sich zwei Mal jährlich diejenigen, die sich speziell die Stärkung von Ehe und Familie in unserem Land auf die Fahne geschrieben haben. Die Treffen sind offen für alle Interessierten. Das nächste am 13. November 2026 in der FEG Aarau, Schönenwerd, wird sich um ein etwas verdrängtes Thema drehen: die dramatisch tiefe Geburtenrate in der Schweiz und ihre weitreichenden Folgen.